Ohne Insekten kaum Jungvögel, Störche, Fische, Würmer, Mäuse oder andere lebensnotwendige Tiere

Osnabrück. In den letzten gut 45 Jahren haben wir, das heißt meine, die ältere Generation, bis zu 80 Prozent der hier lebenden Insekten vernichtet oder zugeschaut wie sie vernichtet wurden ohne etwas dagegen getan zu haben. Ganz im Gegenteil lebt ein Teil der heutigen Rentner hier ganz gut von den Dividenden und/oder Tantiemen oder auch den Kursgewinnen der Aktien von Bayer, BASF und anderer ,,Giftmischern“ oder Pharmariesen. Als ich vor etwa 40 bis 50 Jahren einhundert Kilometer über die Autobahn gefahren bin konnte man das vordere Nummernschild vor lauter ,,Fliegendreck“ kaum noch lesen und die Scheibenwischer gingen nicht durch ihre gewöhnliche Arbeit des Wasser Wegputzens, sondern durch das Wegputzen der getrockneten und sehr hart festsitzenden Fliegendrecks kaputt. Seither werden bei Autowäschen die Fahrzeuge vor der Einfahrt in die Waschstrasse mit einem Dampfstrahler gesäubert, da die Waschstrasse den Dreck festsitzender Fliegen und anderer Insekten nicht mehr weg bekommt.

Tiere benötigen neben einer passenden Umwelt eben auch genügend Futter (Insekten) um sich zu vermehren. Sie würden das entsprechend stärker tun, wenn mehr Futter da wäre. Foto: Fuhs

Heute kaufen wir für knapp zwanzig Euro Bausätze aus Holz um Nistkästen zu bauen, fertigen diese mit unseren Söhnen oder Enkeln, installieren sie, je nach gewünschten Vögeln zwischen 2 und 3,5 Metern Höhe an Bäumen in östlicher bis südöstlicher Richtung und warten dann darauf, dass sich doch kein Vogel einnistet. Wie sollte er auch? Ohne Futter, da Insekten nur noch zu etwa 20 Prozent des natürlichen Umfangs, wie nötig da sind.

Wenn dann aber jemand eine Imkerei mit Bienen, den besten Bestäuben für alle Pflanzenarten und damit Fruchtvermehrern für alle anderen Insekten die notwendige Grundlage in Siedlungsgebieten ansiedeln will, wird ihm das wegen der Belästigung der Nachbargrundstücke verwehrt. Wenn ein Imker eine Imkerei am Rand eines Naherholungsgebietes installieren will, wird ihm das in Osnabrück auch nicht erlaubt, da er mit den Bienen den Erholungswert angeblich stört. Das der Erholungswert durch die Vielzahl der durch die Bestäubung reichlich stärker wachsenden Pflanzen und Blumen innerhalb von nur zwei Jahren erheblich wächst, interessiert das Osnabrücker Bauamt nicht. So wurde jetzt eine Bauvoranfrage für eine Imkerei in der Nähe des Rubbenbruchsees klar abgelehnt. Das Grundstück liegt mit einer Seite an vom Bauern genutzter Weide und der Rest liegt in einem lichten Waldstreifen am Rand des Sees. Der Imker verpflichtet sich freiwillig keine sonstigen Bäume zu fällen, lediglich ein angebrochener Baum von etwa 15 Jahren müsste aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Die anderen Bäume würden von der Bebauung überhaupt nicht betroffen. Trotzdem lehnt das Osnabrücker Bauamt die Bauvoranfrage mit dem Hinweis, dass auch ein Vollerwerbslandwirt, was der Imker auf Grund der Vielzahl der geplanten Bienenvölker ist, in einem Wald keine landwirtschaftlichen Arbeiten durchführen dürfe.

So wird das nichts mit dem Erhalt der Umwelt in Flur und Fauna. Wir kippen Jährlich 800 Millionen Tonnen Plastik in die Weltmeere und vernichten an Land die Insekten nahezu komplett und wenn dann jemand die zwingend notwendige Vermehrung von Insekten wieder fördern und dort dann auch noch eine Bienenschule für Interessierte und Schulklassen einrichten möchte ist die Bauvoranfrage u.a. ,,aus Naturschutzfachlicher und -rechtlicher Sicht nicht vertretbar“.

Es wurde zunächst einmal Widerspruch gegen diese Ablehnung eingelegt und jetzt will der Imker und seine Investoren versuchen das Bauamt doch noch von der Richtigkeit dieser Bebauung zu überzeugen.

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